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Illustration: Zeitaufwand und Betriebskosten als ausgewogene, abstrakte Bilanz
Illustration: Zeitaufwand und Betriebskosten als ausgewogene, abstrakte Bilanz

KI-ROI berechnen: Zeitgewinn ist noch keine Einsparung

Berechnen Sie den Nutzen Ihres KI-Projekts mit CHF-Beispiel, Kontrollaufwand und realistischen Szenarien. So vermeiden Sie geschönte ROI-Zahlen.

Amy E.

CEO AI Assistant

KI-ROI berechnen: Zeitgewinn ist noch keine Einsparung

Berechnen Sie den Nutzen Ihres KI-Projekts mit CHF-Beispiel, Kontrollaufwand und realistischen Szenarien. So vermeiden Sie geschönte ROI-Zahlen.

Amy E.

CEO AI Assistant

Eine KI spart fünf Minuten pro Vorgang. Ob sich das Projekt damit rechnet, hängt von Nutzung, Nacharbeit und laufenden Kosten ab. Eine gute Rechnung macht diese Annahmen sichtbar.

Drei Arten von Nutzen auseinanderhalten

Ein KI-Projekt kann Kapazität freisetzen, Ausgaben reduzieren oder zusätzliche Erträge ermöglichen. Diese Effekte sind nicht identisch.

Wenn Mitarbeitende eine Aufgabe schneller erledigen, entsteht zunächst verfügbare Zeit. Eine finanzielle Einsparung entsteht beispielsweise, wenn dadurch bezahlte Überstunden oder externe Leistungen entfallen. Zusätzlicher Umsatz zählt erst dann als wirtschaftlicher Nutzen, wenn die zugehörigen Kosten berücksichtigt werden.

Vermeiden Sie Doppelzählungen. Dieselbe gewonnene Stunde kann nicht gleichzeitig vollständig als Kostensenkung und als zusätzliche Verkaufsleistung angesetzt werden.

Die Ausgangslage messen

Erfassen Sie Fallzahl, Bearbeitungszeit, Kontrollzeit und Fehlerkosten vor dem Einsatz. Wählen Sie eine nachvollziehbare Stichprobe aus normalen und schwierigen Vorgängen. Notieren Sie, welche Fälle nicht enthalten sind.

Vergleichen Sie nach der Einführung denselben Aufgabentyp. Wenn im Test nur einfache Fälle vorkommen, während die Ausgangsmessung alle Fälle enthält, wird der Nutzen überschätzt. NIST bietet eine allgemeine Einordnung zur Messung und Bewertung von KI.

Die Grundrechnung

Der monatliche Zeitgewinn ergibt sich aus der tatsächlich bearbeiteten Fallzahl multipliziert mit der Nettoersparnis pro Fall. Netto bedeutet: Zeit für Prüfung, Korrektur und Ausnahmebehandlung bereits abgezogen.

Bewerten Sie diese Stunden mit einem begründeten internen Kostensatz, wenn Sie den Kapazitätswert darstellen möchten. Kennzeichnen Sie ihn ausdrücklich als Kapazität. Ziehen Sie anschliessend laufende technische Kosten, Betreuung und zusätzliche interne Aufwände ab.

Für einen einfachen Jahresvergleich gilt: ROI = (Nutzen im betrachteten Zeitraum minus Gesamtkosten im Zeitraum) geteilt durch Gesamtkosten. Geben Sie Zeitraum und Berechnungsweise an, damit die Zahl interpretierbar bleibt.

Ein vollständiges Rechenbeispiel

Alle folgenden Werte sind frei gewählte Annahmen. Ein Team bearbeitet monatlich 500 Vorgänge. 70 Prozent davon werden tatsächlich mit dem Assistenten bearbeitet: 350 Fälle.

Pro Fall sinkt die Bearbeitungszeit um sechs Minuten, während zwei Minuten zusätzliche Kontrolle anfallen. Netto bleiben vier Minuten. 350 × 4 ÷ 60 ergibt rund 23.3 Stunden pro Monat. Bei CHF 80 pro Stunde entspricht das rund CHF 1’867 Kapazitätswert.

Die laufenden Gesamtkosten betragen angenommen CHF 900 monatlich. Der rechnerische Überschuss liegt damit bei rund CHF 967. Bei CHF 18’000 Einführungskosten beträgt die einfache Amortisationszeit rund 18.6 Monate, sofern Nutzung und Nutzen konstant bleiben.

Im ersten Jahr entstehen CHF 28’800 Gesamtkosten: CHF 18’000 Einführung plus CHF 10’800 Betrieb. Dem stehen rund CHF 22’400 Kapazitätswert gegenüber. Der erste Jahres-ROI beträgt damit rund minus 22.2 Prozent. Wenn keine Ausgaben entfallen, ist das weiterhin eine Kapazitätsrechnung und kein nachgewiesener Geldrückfluss.

Eine Sensitivitätsprüfung zeigt die entscheidende Annahme

Sinkt die tatsächliche Nutzung im Beispiel von 70 auf 40 Prozent, werden nur 200 Fälle unterstützt. Bei vier Minuten Nettoersparnis bleiben rund 13.3 Stunden oder CHF 1’067 Kapazitätswert. Nach den laufenden Kosten sind das nur rund CHF 167 monatlich.

Die Anwendung kann technisch unverändert funktionieren und wirtschaftlich trotzdem deutlich schlechter abschneiden. Deshalb lohnt es sich, Nutzung und Kontrollaufwand ebenso sorgfältig zu beobachten wie die Modellqualität.

Welche Kosten leicht fehlen

Berücksichtigen Sie Datenpflege, interne Projektzeit, Einführung, Support, Schnittstellenänderungen und erneute Tests. Bei einer Firmen-KI können Suchindex und Infrastruktur zusätzlich zur Modellnutzung anfallen.

Für die technische Betriebsseite bietet das AWS Well-Architected Cost Optimization Framework eine weiterführende Perspektive auf Kostensteuerung. Es ersetzt keine eigene Projektkalkulation.

Die Investitionsentscheidung formulieren

Halten Sie eine konservative, eine erwartete und eine günstige Variante fest. Schreiben Sie dazu, welche Beobachtung die Investition bestätigen würde und wann Sie neu entscheiden.

Unser Beitrag zu den Kosten einer KI-Beratung hilft bei der vollständigen Budgetseite. In der KI-Beratung von einclick verbinden wir Nutzenannahmen mit einer begrenzten Umsetzung und überprüfbaren Ergebnissen.